Willkommen beim Lanxess Zwischenbericht H1/2012!

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Finanzlage und Investitionen

Entwicklung der Kapitalflussrechnung

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2012 betrug der Mittelzufluss aus der operativen Tätigkeit 80 Mio. € nach 248 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Bei einem Ergebnis vor Ertragsteuern von 477 Mio. € ergab sich aus dem Anstieg des Net Working Capital gegenüber dem 31. Dezember 2011 ein Mittelabfluss von 434 Mio. €. Im Vorjahreszeitraum betrug der Mittelabfluss aus der Erhöhung des Net Working Capital 366 Mio. €. Die Entwicklung in beiden Zeiträumen resultierte neben gestiegenen Rohstoffkosten vor allem aus einem geschäftsbedingten Aufbau der Vorrats- und Forderungsbestände sowie der Vorbereitung von Wartungsstillständen. In der Veränderung der übrigen Aktiva und Passiva sind unter anderem ergebnisneutrale Auszahlungen aus rollierenden Sicherungsgeschäften für konzerninterne Fremdwährungsdarlehen enthalten, die in Folge der deutlichen Euro-Abschwächung an die Kontraktpartner zu leisten waren.

Aus der Investitionstätigkeit ergab sich in den ersten sechs Monaten 2012 ein Mittelzufluss von 202 Mio. € nach einem Mittelabfluss von 351 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Der Mittelzufluss der Berichtsperiode resultierte vor allem aus Einzahlungen aus finanziellen Vermögenswerten von 431 Mio. €. Diese waren im Wesentlichen auf den Verkauf von liquiditätsnahen finanziellen Vermögenswerten zurückzuführen. Hierin saldiert enthalten ist die Auszahlung für den Erwerb des 3,4 %-Anteils an der BioAmber, Inc. (USA). Für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen wurden 229 Mio. € und damit 52 Mio. € mehr als im Vorjahreszeitraum ausgezahlt. Den Investitionen standen Abschreibungen von 181 Mio. € gegenüber. Der Mittelabfluss für den Erwerb von Tochterunternehmen, bereinigt um übernommene Zahlungsmittel und nachträgliche Kaufpreisanpassungen, betrug 9 Mio. €. Bei dem Zukauf handelte es sich um die Tire Curing Bladders, LLC, Little Rock (USA).

Im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ergab sich ein Mittelabfluss von 225 Mio. € nach einem Mittelzufluss von 234 Mio. € im ersten Halbjahr 2011. Der Mittelabfluss im Berichtszeitraum resultiert vor allem aus der planmäßigen Rückzahlung der Euro-Benchmark-Anleihe aus 2005, aus Zinszahlungen sowie aus der Dividendenzahlung an die Aktionäre der LANXESS AG für das Geschäftsjahr 2011. Teilweise kompensiert wurde dies durch die Begebung zweier langlaufender 100 Mio. €-Anleihen sowie einer chinesischen Offshore-Renminbi-Anleihe von 500 Mio. CNH, umgerechnet rund 60 Mio. €.

Finanzierung und Liquidität

Die im Geschäftsbericht 2011 erläuterten Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements haben im ersten Halbjahr 2012 weiterhin ihre Gültigkeit behalten. Im Mittelpunkt steht die konservative Finanzpolitik, deren Kernelement die langfristig gesicherte Finanzierung ist.

Im Vergleich zum Jahresabschluss 2011 stiegen die flüssigen Mittel um 56 Mio. € auf 234 Mio. €. Die zum Jahresende 2011 unter den liquiditätsnahen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen, jederzeit verfügbaren Anlagen in Geldmarktfonds von 350 Mio. € wurden im Zusammenhang mit der Rückzahlung der im Berichtszeitraum fälligen Euro-Anleihe aus 2005 über 402 Mio. € aufgelöst.

Anfang April 2012 hat LANXESS unter seinem Debt-Issuance-Programm zwei Privatplatzierungen begeben. Das Volumen der Emissionen beläuft sich auf jeweils 100 Mio. € bei Laufzeiten von 10 bzw. 15 Jahren und einem Zinskupon von 3,5 % bzw. 3,95 %. Die Mittel tragen dazu bei, die langfristige Liquidität nachhaltig zu sichern sowie das Fälligkeitsprofil der Finanzschulden weiter zu verbessern.

Die Nettofinanzverbindlichkeiten beliefen sich zum 30. Juni 2012 auf 1.738 Mio. € nach 1.515 Mio. € zum 31. Dezember 2011. Die liquiditätsnahen finanziellen Vermögenswerte, die zum 31. Dezember 2011 noch mit 350 Mio. € ausgewiesen worden waren, wurden veräußert. Dem steht eine leichte Erhöhung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente um 56 Mio. € gegenüber.

Nettofinanzverbindlichkeiten
     
in Mio. € 31.12.2011 30.06.2012
     
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 1.465 1.729
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 633 267
abzüglich    
Verbindlichkeiten aus Zinsabgrenzungen – 55 – 24
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente – 178 – 234
Liquiditätsnahe finanzielle Vermögenswerte – 350 0
  1.515 1.738

Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente

Zum 30. Juni 2012 verfügten wir über keine wesentlichen außerbilanziellen Finanzierungen, z. B. in Form von Forderungsverkäufen, Asset-Backed-Strukturen oder Sale-and-Lease-Back-Transaktionen.

Wesentliche Investitionsprojekte

Wesentliche Investitionen des Segments Performance Polymers betrafen im ersten Halbjahr den Neubau des Butylkautschuk-Werks unserer Business Unit Butyl Rubber in Singapur. Die Anlage soll im ersten Quartal 2013 in Betrieb gehen. Ebenfalls in Singapur wird die Business Unit Performance Butadiene Rubbers die mit einer Produktionskapazität von jährlich 140.000 Tonnen weltweit größte Anlage zur Herstellung des Hochleistungs-Kautschuks Nd-PBR (Neodym-katalysierter Polybutadienkautschuk) errichten. Die Inbetriebnahme ist für die erste Jahreshälfte 2015 vorgesehen. An den Standorten Leverkusen und Orange (USA) unserer Business Unit Technical Rubber Products werden die Produktionskapazitäten für hydrierten Acrylnitrilbutadien-Kautschuk (HNBR) noch in 2012 um 40 % erhöht. Am niederländischen Standort Geleen werden 50 % der Produktion auf die innovative ACE-Technologie umgestellt. Diese Maßnahme soll im Jahr 2013 abgeschlossen werden. Unsere Business Unit High Performance Materials (ehemals Semi-Crystalline Products) investierte in ein neues Werk für die Produktion von Hightech-Kunststoffen in Gastonia (USA). Die neue Anlage soll im laufenden Geschäftsjahr die Produktion aufnehmen. Daneben verdoppelt die Business Unit zusammen mit dem US-Chemiekonzern DuPont die Kapazität der gemeinsamen Compoundieranlage für Polybutylenterephthalat (PBT) in Hamm-Uentrop. Am Standort in Antwerpen werden zudem die Produktionskapazitäten des Glasfaserwerks ausgebaut. Dort investieren wir darüber hinaus in eine neue World-Scale-Anlage für Polyamid-Kunststoffe mit einer Jahreskapazität von rund 90.000 Tonnen. Die Fertigstellung wird im ersten Quartal 2014 erwartet.

Im Segment Advanced Intermediates erweitert die Business Unit Advanced Industrial Intermediates die Kresol-Produktion an ihrem Standort in Leverkusen. Die Fertigstellung wird für Mitte 2013 erwartet. Am Standort in Krefeld-Uerdingen wurde zudem die Menthol-Produktion ausgebaut sowie die neue Anlage zur Formalin-Produktion in Betrieb genommen.

Die Business Unit Rhein Chemie des Segments Performance Chemicals wird in Argentinien die Produktionskapazität für die in der Reifenproduktion benötigten Vulkanisationsbälge ausbauen. Im russischen Lipetsk wird zudem ein Werk zur Produktion von Kautschukadditiven und Trennmitteln errichtet. Die Aufnahme der Produktion ist für die erste Jahreshälfte 2013 vorgesehen. Darüber hinaus wurde am indischen Standort in Jhagadia ein Werk für Trennmittel und Additive in Betrieb genommen.

Ebenfalls in Jhagadia hat die Business Unit Material Protection Products eine Produktionsanlage für Biozide fertiggestellt. Die Business Unit Leather investiert am chinesischen Standort in Changzhou in den Bau einer Anlage für Lederchemikalien. Die Anlage mit einer Jahreskapazität von bis zu 50.000 Tonnen wird mit modernster Technologie arbeiten und voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2013 in Betrieb gehen. Zudem wird am südafrikanischen Standort Newcastle eine CO2-Aufbereitungsanlage errichtet, deren Inbetriebnahme für das zweite Halbjahr 2013 geplant ist.

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